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Fagen wir mal an:
Offen, weiblich, geschieden
Zur ersten Frau an der Spitze der Evengelischen Kirche in Deutschland ist Margot Käßmann in Ulm gewählt worden. Die vierfache Mutter rückte auch durch ihre Scheidung in den Blickpunkt. Ihr Stellvertreter wird Nikolaus Schneider.Auch Wechseljahre und Hitzewallungen werden für die Frau an der Spitze der deutschen Protestanten keine Tabus sein. Auch das nicht. Es gehe doch nur um das Lebensgefühl von Frauen ihren Alters, hat Margot Käßmann kürzlich gesagt. „Danach werde ich ständig gefragt.“
Die 25 Millionen Protestanten in Deutschland werden seit gestern von einer Frau repräsentiert. Zum ersten Mal, es ist ein historisches Datum, und vieles, was die 51-Jährige in dieses Amt mitbringt, mutet an wie eine Einladung zum Aufbruch. Mit Charme und Nachdruck vertritt sie die Anliegen der Kirche, mit einer ungewohnten Offenheit. Ihre Wahl - sie erhielt 132 von 142 Stimmen - zeugt vom Modernisierungswillen der Kirche und von der Notwendigkeit einer starken Führungsperson. Und wohl auch von der Hoffnung, dem chronischen Schrumpfungsprozess begegnen zu können.
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